Tipps für (künftige) Katzenhalter

Anschaffung

Jung oder Alt

Ob Katzenwelpe oder erwachsene Katze – was Sie vor Ihrer Entscheidung bedenken müssen und auf was Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

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Single oder Pärchen

Ob Sie sich für eine einzelne oder mehrere Katzen entscheiden sollten, hängt vor allem von den künftigen Haltungsbedingungen ab. Nützliche Tipps erhalten Sie hier.

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Wohnungskatze oder Freigänger

Eine der wichtigsten Auswahlkriterien, die Sie schon vor der Auswahl einer Katze bedenken müssen. Welche Probleme bei der falschen Wahl ziemlich sicher eintreten werden, erfahren Sie hier

gefahren im haushalt

Fenster- / Balkon-Falle

Eine der gefährlichsten und meist tödlichsten Fallen im Haushalt. Welche Gefahren von Fenstern und Balkonen ausgehen, lesen Sie hier.

gefahren im haushalt

Küche

Die Gefahren, die für Katzen in Küche und Bad lauern, sind einem vermutlich gar nicht bewusst. Wie Sie diese Gefahrenquellen beseitigen oder vermeiden können, erfahren Sie hier.

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Bad

Auch das Badezimmer zählt für Katzen zu den gefährlichsten Räumen. Welche Gefahren Ihre Katze hier ausgesetzt sein kann, können Sie hier erfahren. 

Haltung

Katzenklo & Co.

Worauf Sie in den ersten Tagen der Ankunft ihrer neuen Katze achten müssen, und welche Gegenstände Sie schon vor dem Einzug Ihrer Katze in ihrem neuen Zuhause angeschafft haben sollten, lesen Sie hier.

Gesundheit

Tierarzt & Ernährung

Warum Sie Ihre Katze unbedingt impfen und chippen lassen und wie Sie Ihre Katze ernähren sollten, können Sie hier erfahren.

Abschied & trennung

Tag X

Der Tag, an dem Sie sich von Ihrer Katze trennen müssen, ist hoffentlich noch weit entfernt. Wie Sie sich auf diesen Tag vorbereiten können, lesen Sie hier.

Jung oder Alt?

Mit einem kleinen Kätzchen werden Sie garantiert Ihren Spaß haben! Diese kleinen Racker werden Sie allerdings auch ziemlich auf Trab halten, denn man muss sie ständig im Auge behalten, damit ihnen nichts passiert und sie keinen Blödsinn machen. Blumentöpfe, Vasen, Schuhe, Stromkabel usw. usw.
Sie müssen auch damit rechnen, dass Ihnen die kleine Katze mit ins Bett steigt. Zumindest wird sie Sie heimlich still und leise über Nacht besuchen und sich schnurrend an Sie kuscheln. Vielleicht wird sie sich auch auf Ihr Gesicht legen oder unter Ihre Decke krabbeln. Es wird also nicht langweilig im Bett.

Bedenken Sie aber, sollten sie sich schon im gesetzten Alter befinden, dass eine gesunde Katze durchaus zwanzig Jahre oder älter werden kann. Diese Tatsache sollten unbedingt bei Ihrer Überlegung mit einbeziehen, bevor Sie sich für eine junge Katze entscheiden. Denn im „ungünstigen“ Fall kann es sein, dass Ihre Katze Sie überlebt. 

Sich für eine kleine Katze zu entscheiden, weil sie da noch so süß sind, ist aus eigenen Erfahrungen vollkommen nachvollziehbar. Allerdings wachsen die Welpen so schnell, dass man ihnen dabei zusehen kann. Daher sollte dies nicht Ihr Hauptmotiv für Auswahl einer kleinen Katze sein. Glauben Sie aber nicht, dass Sie eine Katze ähnlich wie einen Hund erziehen können. Natürlich ist dies in einem gewissen Rahmen möglich. Sie können einer Katze durchaus beibringen (oder zeigen), was sie darf und was nicht. Das geht aber auch bei einer älteren Katze.

Das Thema „Erziehung“ können Sie sich bei einer Katze getrost abschminken. Machen Sie sich da keine Hoffnung. Hier spielt auch das Alter der Katze keine Rolle. Katzen haben ihren eigenen Kopf, und wenn sie etwas tun (oder nicht tun), was wir von ihnen erwarten, dann machen sie es freiwillig. Sie müssen mit dem Gedanken anfreunden, dass nicht Sie die Katze erziehen, sondern die Katze Sie. Eine Katze braucht nicht lange, um zu herauszufinden, wie sie Sie um den kleinen Finger wickelt und Sie zum Dosenöffner macht.

Mit einer kleinen Katze machen Sie grundsätzlich nichts falsch, vorausgesetzt Sie wissen ganz genau auf was Sie sich in den ersten Monaten einlassen.

Mit einer älteren, ausgewachsenen Katze werden Sie garantiert auch Ihren Spaß haben! Im Vergleich zu den kleinen Welpen hat eine erwachsene Katze ihre Sturm- und Drangzeit allerdings hinter sich und bevorzuge ein ruhiges Plätzchen zum schlafen. Und Katzen verschlafen mehr als den halben Tag. Sechzehn oder siebzehn Stunden Schlaf sind da keine Seltenheit und völlig normal.

Wenn man sich ältere Stubentiger anschafft sind es ja „Second-Hand-Katzen“. Sie kommen aus dem Tierheim, dem familiären oder befreundeten Umfeld. Diese Katzen haben dann eine Trennung von ihren Bezugspersonen und ihrem Zuhause hinter sich. Viele Katzen brauchen lange, um sich an diesen Verlust zu gewöhnen und benötigen ein ruhiges und ein verständnisvolles neues Zuhause. Vor allem benötigen sie eine sichere Rückzugsmöglichkeit, um sich an Sie und die neue Umgebung langsam zu gewöhnen.
Die meisten meiner bisherigen Katzen stammen aus dem Tierheim. Dabei habe ich mich stets für mindestens zwei Katzen entschieden. Wenn Sie sich für eine „gebrauchte“ Katze entscheiden, tun Sie auf jeden Fall schon einmal etwas Gutes. Etwas Gutes für die Katze, die ein neues Zuhause bekommt, und etwas Gutes für das Tierheim. Denn die Tierheime platzen aus allen Nähten…

Eine Katze, die aus einem Tierheim kommt oder einen anderen Weg zu Ihnen hinter sich hat, braucht nach der Ankunft bei Ihnen meist Ruhe. Sie wird sich vermutlich die ersten zwei Wochen kaum blicken lassen und nur zum Fressen und zum Weg auf das Katzenklo mal sehen lassen. Es ist auch gut möglich, dass die Katze diese Tätigkeiten nachts machen wird, wenn Sie schlafen oder wenn Sie aus dem Haus sind. Sie werden aber schnell feststellen, dass die Katze sich immer öfter mal kurz blicken lässt, oder einfach nur mal um die Ecke guckt. Ist der Bann erst einmal gebrochen, werden Sie eine Katzen haben, die Ihnen ihr Leben lang dankbar sein wird.

In jedem Fall kann ich nur dazu raten, nach Anschaffung der Katze, sie bei Ihrem Tierarzt vorzustellen und einmal durchchecken zu lassen. 

Wohnungskatze oder Freigänger?

Eine der wichtigsten und folgenreichsten Entscheidungen für Sie und Ihre Katze.

Wohnungskatzen unterscheiden sich durch Freigänger dadurch, dass sie die Wohnung oder das Haus nicht verlassen können und 365 Tage im Jahr ihr Leben dort verbringen. Für Katzen hat diese Haltungsform nur einen entscheidenden Vorteil – sie sind dort sicher vor Gefahren, denen sie draußen ausgesetzt wären. Der Nachteil liegt darin, dass sie im Haus oder der Wohnung keine oder nur geringe Möglichkeiten haben sich zurückzuziehen. Sie sind dort Allem ausgesetzt und müssen das Geschehen dort mehr oder weniger gut ertragen. Fühlt sich eine Katze eingesperrt nicht wohl, kann dies über kurz oder lang zu gravierenden Problemen wie Unsauberkeit, Möbel zerkratzen usw. führen. Wenn die Lebens- und Haltungsbedingungen aber stimmen, werden Sie eine glückliche und zufriedene Katze haben.

Grundsätzlich sollten keine Freigänger als Wohnungskatzen gehalten werden.

Katzen, die es gewohnt sind draußen im Freien Mäuse zu fangen und durch die Gegend zu streifen, werden Sie als Hauskatze keine Woche halten können. Diese Katzen lieben ihre Freiheit. Eingesperrt in Haus oder Wohnung, werden sie sich aus Frust und Langeweile in kürzester Zeit über das Mobiliar hermachen und unsauber werden. Bei alten oder auch chronisch kranken Katzen besteht jedoch eine geringe Chance, sie für den Rest ihres Lebens als Wohnungskatze halten zu können. Eine Garantie gibt es jedoch nicht und ich selbst habe es bei meinen bisherigen Katzen noch nie erlebt. Alle meiner Freigänger, ohne Ausnahme, haben bis zu ihrem Lebensende die Freiheit auswählen und genießen können.

Wenn Sie Ihre künftige Katze nur im Haus oder in der Wohnung halten wollen, achten Sie vor der Anschaffung unbedingt darauf, dass diese Katze zuvor kein Freigänger war, auch nicht für ein paar Tage.

Betreuung und Versorgung Ihrer Katze  

Die Freigänger unter den Katzen leben entweder ganzjährig im Freien, oder können sich mittels Katzenklappe zwischen Haus und Natur frei entscheiden. Im Gegensatz zu den Freigängern, können Sie eine Wohnungskatze problemlos zu einem Freigänger machen.

Freigänger sollten unbedingt gechippt und registriert werden, für den Fall, dass sie entlaufen oder aufgefunden werden.

Der Vorteil für Freigänger ist offensichtlich – sie können sich frei entscheiden wohin sie wollen, durch den Garten und die Natur streifen, sich im Gras in die Sonne legen, und Mäuse fangen.

Der Nachteil liegt vor allem in den Gefahren, denen eine Katze im Freien ausgesetzt sein kann. Die größte Gefahr ist der Straßenverkehr. Unfälle mit Kraftfahrzeugen enden meist tödlich. Wenn Sie an einer viel befahrenen Straße oder in deren Nähe wohnen, rate ich von einem Freigänger ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze überfahren wird, ist sehr hoch und nur eine Frage der Zeit. Die wenigsten Katzen sind sich der Gefahr bewusst und meiden das Überqueren von Straßen. Aber ich würde das aus eigener Erfahrung nicht darauf ankommen lassen.
Aufgrund ihrer neugierigen Eigenschaft, erkunden Katzen nahezu jede offene Tür. Ob Haustür, Garage oder Schuppen. Alles wird in der näheren Umgebung ausgiebig erkundet. Problematisch und kritisch wird es dann nur, wenn sie dabei unbemerkt eingeschlossen werden. Wird das von niemanden bemerkt, kann auch dies für die Katze tödlich enden, weil sie ohne Wasser innerhalb weniger Tage verdursten wird.
Nachbarschaftsstreitigkeiten sind bei Katzen sehr beliebt. Wagt sich eine neue Katze in das Revier des Nachbarn, werden ziemlich sicher die Fetzen fliegen – und das wortwörtlich. Wenn Revieransprüche unter Katzen geltend gemacht werden, dann geht es dabei meist richtig zur Sache. Kämpfe unter Katzen können zu üblen Verletzungen führen, die erst nach Tagen in Erscheinung treten können. Ein Besuch beim Tierarzt ist dann nicht auszuschließen. Durch den Kontakt zu Artgenossen können auch gefährliche Krankheiten übertragen werden. Daher sollten Freigänger unbedingt und regelmäßig gegen Tollwut, Katzenschnupfen usw. geimpft werden.

Freigänger sollten in jedem Fall kastriert werden!
Bei weiblichen Katzen vermeiden Sie zum einen eine ungewollte Schwangerschaft, zum anderen den nächtlichen „Herren-Besuch“, der vor der Tür lauert. Unkastrierte Kater wissen genau, wo rollige und willige Katzendamen zu finden sind. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie nachts aufwachen, weil draußen die Herren scharf auf Ihre rollige Katze ist und mit unaufhaltsamen Geschreie auf sich aufmerksam machen. Dieses Geschreie und Gejaule ähnelt dem Schreien von Babys, das Sie mit Sicherheit nicht überhören werden.

Bei den Katern vermeiden Sie durch das Kastrieren zum einen die unkontrollierte und  ungewollte Vermehrung, zum anderen das herumstreunen und der Suche nach rolligen Mädels. Auch das Markieren wird nach dem kastrieren deutlich reduziert und der strenge Geruch dabei bleibt aus.

Single oder Pärchen?

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, sich nur eine einzelne Katze anzuschaffen, machen Sie grundsätzlich nichts verkehrt. Bei Single-Katzen kann man aber nie wissen, ob sie mit ihrem Alleinsam (ohne Artgenossen) glücklich sein werden oder nicht. Besonders bei Wohnungskatzen, die keinen Freigang haben, ist es möglich, dass sie sich schon nach kurzer Zeit unwohl fühlen. Das kann vor allem bei jungen Kätzchen der Fall sein, die von ihren Geschwistern getrennt wurden. Hier sollten sie sich für Geschwister entscheiden, die gemeinsam aufwachsen und zusammenleben können.

Beratung für Tierhalter

Haben Sie sich für eine erwachsene, vielleicht auch eine ältere Katze (z.B. aus dem Tierheim) entschieden, sollte es mit dem Alleinsein keine Probleme geben. Informieren Sie sich aber in jedem Fall rechtzeitig darüber, ob die neue Katze alleine oder mit einem Artgenossen zusammengelebt hat, sollte bereits eine Katze in Ihrem Haushalt leben. Ältere Katzen neigen dazu, keine fremden Artgenossen in ihrem Umfeld zu dulden. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass es unter meinen schon oft zusammengewürfelten Katzen noch nie zu ernsthaften Streitigkeiten gekommen ist. Allerdings sind es Freigänger, die sich bei Bedarf oder Stress aus dem Weg gehen können.

Es ist nicht ungewöhnlich (und sogar zu erwarten), dass es in den ersten Wochen zu kleinen und gelegentlichen Auseinandersetzungen kommt. Allerdings müssen sich die Streitigkeiten sowohl von der Intensivität als auch von der Dauer im Rahmen halten. Eingreifen sollten Sie nur dann, wenn nur noch die Fetzen fliegen und Verletzungen zu befürchten sind. In der Regel klären die Katzen die Rangordnung aber ganz gut unter sich, ohne dass es zu nennenswerten Problemen kommt.

Die Fenster- und Balkon-Falle

Offene, oder auf Kipp stehende Fenster und ungesicherte Balkone sind besonders für kleine Katzen eine sehr große und zumeist tödliche Gefahrenquelle. Aber auch ausgewachsene Stubentiger sind vor dieser Gefahr nicht sicher.
Katzen mögen es, auf der Fensterbank zu sitzen und das Geschehen draußen durch das Fenster zu beobachten. Natürlich versuchen sie es dabei auch, den dabei entstehenden Schaden so gering wie möglich zu halten. Hin und wieder gelingt es ihnen ja auch. Steht nun das Fenster auf Kipp, und von draußen dringen durch die offenen Seiten am Fensterrahmen frische Luft und interessante Geräusche hinein, kann es die Katze durchaus dazu motivieren irgendwie nach draußen zu gelangen. Hierbei stellen sie sich auf die Hinterbeine und versuchen sich mit den Vorderpfoten irgendwie an einer der Fensterspalten hochzuziehen. Sollte dies gelingen, ziehen sie ihre Hinterpfoten hinterher und drücken sich weiter nach oben. Wenn es der Katze dann gelingen sollte, mit Kopf und Vorderpfoten zwischen Fenster und Fensterrahmen zu gelangen, dann sitzt sie unweigerlich in der Falle, aus der sie sich kaum befreien kann. Ihre Krallen können an dem glatten Fenster und Fensterrahmen keinen Halt finden. Mit jedem verzweifelten Versuch sich aus dieser Situation zu befreien, wird es für die Katze schwieriger und schmerzhafter.
Dieser Überlebenskampf kann sich über Stunden hinziehen. Wird diese lebensbedrohliche Situation von niemanden bemerkt, dauert es nicht lange und die Katze verendet unweigerlich. Kein schöner Tod…
Ich habe diese Situation so detailliert beschrieben, damit Ihnen die mögliche Gefahr von auf Kipp stehenden Fenstern stets bewusst ist. Selbst wenn der Abstand zwischen den auf Kipp stehenden Fenstern und den Wänden sehr gering ist, kann die Katze sich an den Tapeten nach oben ziehen. Sind die Wände nur gestrichen, besteht diese Möglichkeit nicht.
Wenn Sie diese Gefahrenquelle beseitigen wollen, können Sie sich genau für diesen Zweck herstellte Kippfenster-Schutzgitter kaufen, die die Fensterspalten seitlich und oben verschließen. Diese können Sie im Handel erwerben, oder mit handwerklichem Geschick, auch selbst herstellten.


Die Balkon-Falle
Viele Balkone sind so beschaffen, dass man neben dem Fußboden durch einen Spalt ins freie Blicken kann. Auch diesen schmalen Spalten stellen für Katzen eine große Gefahr dar, dort hindurch zu fallen. Diese Spalten lassen sich mit einfachen Mitteln durch Abdecken beseitigen.